Reading Comprehension Strategies: Cloze Technique - a survey on the web-site for teachers and learners of English as a secondary language from a German point of view
<Click here and you will always get back to the table of contents>
Table of Contents
Cloze Technik HOMEback to the homepagePAGE back to the previous page back to
Cloze technique
an example
go on to
Tackle unknown words
on to the next page

Klaus F. Maas               Cloze - Technik

Wilson Taylor erfand den Begriff "cloze" im Jahre 1953 für das Vorgehen (procedure), die Technik (technique) oder die Methode (method) zur Überprüfung der Lesbarkeit (readability) eines Textes. Ausgehend von dem Gestalt-Prinzip des Ergänzens von fehlenden Teilen ("Concept of closure" - von daher abgeleitet "Cloze"), löschte er systematisch Wörter - z.B. jedes 5. Wort - eines Prosatextes um zu überprüfen, in wie weit ein Leser in der Lage war, diese Lücken aus dem Kontext sinnvoll zu ersetzen und somit fehlende Informationen zu ergänzen. Unser Verstand reagiert auf bestimmte Muster so, dass er fehlende Teile zu einem Ganzen zu vervollständigen sucht (einer Art Überlebensstrategie).

Einen ähnlichen Ansatz fand er in Shannon and Weaver’s Informationstheorie, die besagte, dass  Information und Redundanz grundlegende Konzepte sind, wobei  die Information  bestimmt, in wie weit Unsicherheit durch die genaue Aufnahme einer Botschaft reduziert wird, während die Redundanz besagt, dass die Botschaft aus mehr als einer Quelle stammt.

Mit Hilfe der Cloze-Technik bewies Taylor, dass die Gesamtzahl der wortgetreu ergänzten Wörter die Lesbarkeit eines Textabschnitts ebenso valide einstufen konnte wie die wesentlich komplexeren Einstufungsmethoden nach den Dale-Chall und Flesch-Formeln, bei denen Wörter, Sätze, Vokallaute und sonstiges gezählt wurden um heraus zu finden, für welche Zuhörerschaft welcher Text geeignet war, so dass sie den Text verstanden.
 

"Es gibt Zusammenhänge, bei denen nicht, was im Ganzen geschieht, sich daraus herleitet, wie die einzelnen Stücke sind und sich zusammensetzen, sondern umgekehrt, wo - im prägnanten Fall - sich das, was an einem Teil dieses Ganzen geschieht, bestimmt von inneren Strukturgesetzen dieses seines Ganzen."
Max Wertheimer (1924) Über Gestalttheorie


Seit Taylor's Artikel: "Cloze procedure: A new tool for measuring readability" in Journalism Quarterly, 30 (4), 415-433 erschien, wurden unzählige Bücher geschrieben, in denen die Cloze-Technik verwendet wurde um die Lesbarkeit eines Textes und das Leseverständnis der Schüler zu messen.

Im Jahre 1971 zeigten J. Oller und Chr. Conrad  die Grundlagen auf, nach denen die Cloze-Technik auch für den Zweitsprachenerwerb geeignet war.

Seit dieser Zeit wird in immer zunehmendem Maße die Cloze-Technik als ein effektives Mittel zur Überprüfung des Zweitsprachenkönnens eingesetzt.

Konstruktionsmerkmale

Es gibt zwei unterschiedliche Cloze-Techniken,
-  einmal die Lücke nach festgelegten Intervallen oder
-  die Lücke an variablen Stellen.

Bei der festgelegten Intervalltechnik werden die Lücken in einem Text so gebildet, dass  z.B. jedes 5. Wort fehlt, also
das 1., 6., 11. etc. Wort, danach
das 2., 7., 12. etc. . Wort, dann
das 3., 8., 13. Wort, sodann
das 4., 9., 14.etc.  Wort, schließlich
das 5., 10., 15. etc. Wort.
Wenn jedes dieser 5 Verfahren durchgeführt wurden, ist jedes Wort des Textes einmal ersetzt worden.
Die Cloze-Technik dient hier dazu, die Fähigkeit zu fördern, Sätze in ihrem Ablauf (mit den passenden Funktionssignalen, in angemessener Wortstellung, mit dem zutreffenden Wortschatz) voraus zu sagen.

Es gibt nicht die Wahl nach den Kategorien "richtig oder falsch", sondern mehr oder weniger passend zur Satz-, Abschnitts- oder Textumgebung.

Die Cloze-Technik mit Lücke an variablen Stellen ersetzt zufällig oder nach bestimmten Gesichtspunkten ausgewählte Wörter durch Lücken an unterschiedlichen Stellen des Textes.

Da die Lücke an zufällig variablen Stellen und die Lücke nach festgelegten Intervallen zu ähnlichen Ergebnissen führen, wird die feste Intervalltechnik selten verwendet.

Die Kriterien für die wohl begründete Löschung bestimmter Wörter hängt meist von den Wortarten ab - hier von den zwei Gruppen, die Ch. C. Fries unterschieden hat - entweder die sinntragenden Wörter wie Nomen, Verben, Adverbien und Adjektive oder die Strukturwörter, die die Verbindungen zwischen den sinntragenden Wörtern anzeigen z.B. Konjunktionen, Präpositionen und Partikel.
Während die Menge der Strukturwörter begrenzt und damit leichter vorhersagbar ist als die unbegrenzte Anzahl der sinntragenden Wörter, sind es gerade die sinn-tragenden Wörter, die eher herangezogen werden um das Leseverständnis zu überprüfen.

Eine andere Frage beim Einsatz der Cloze-Technik besteht darin, dass ihr Gebrauch auf verschiedene Grade des Einsetzens abzielt:


Die Antwort auf diese Frage führt zu 2 verschiedenen Bewertungsmaßstäben:
 


Eine dritte Alternative stellt eine Differenzierung nach Hilfen dar: z.B. gibt es die Möglichkeit, dass der zu Prüfende für jede Lücke angebotene Wörter aus einer Wortliste auswählen kann. All Fragen nach der Auswahl der Lücken, der Genauigkeit des eingesetzten  und zu seiner Umgebung passenden Wortes, der Auswahl aus einem Angebot sind in der Literatur zur Cloze -Technik vielfältig untersucht und dokumentiert.

Die Cloze-Technik war sehr populär, weil sie objektiv,  leicht einsetzbar und analysierbar war. Die Cloze-Technik dient nicht in erster Linie der Voraussage des generellen Verständnisses des Textes, sondern eher zur Untersuchung des Textes im Hinblick auf die Zuhörerschaft. Kritiker der Cloze-Technik haben hervorgehoben, dass die Cloze-Technik auf der Basis der Textredundanz wirkt, dass sie die Wirkung redundanter Wörter eher fördert, als unausgesprochene Worte, dem was zwischen den Zeilen ausgesagt wird. Aus diesem Grund sind die Cloze-Tests auch nur dazu geeignet das oberflächliche Verständnis eines Textes zu überprüfen, was für das Verständnis von Vokabeln und der rohen Totalauffassung vor allem im elementaren Fremdsprachenunterricht ausreichen mag, nicht aber für die Überprüfung einer tieferen  Sinnerfassung.


<Click here and you will always get back to the table of contents>
Table of Contents
Cloze Technik HOMEback to the homepagePAGE back to the previous page back to
Cloze technique
an example
go on to
Tackle unknown words
on to the next page