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Listening Comprehension:
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Klaus F. Maas

Ist das Lernziel ,Hörverstehen" operationalisierbar?

(aus: "Praxis des neusprachlichen Unterrichts 3/81, S.238-249)

Das Hörverständnis läßt sich leicht überprüfen: man braucht nur einen Text mit verschiedener Geschwindigkeit auf ein Band zu sprechen, dazu einige Verständnisfragen nach Schwierigkeitsgrad gestuft zu konzipieren und dann dem Prüfling oder der Klasse zur Beantwortung vorzusetzen, um nach der Auswertung ihn oder sie nach eindeutigen Testkriterien einer Leistungsgruppe zuordnen zu können. So fordern es fast alle Lehrpläne, ohne dabei zu berücksichtigen, daß diese Fähigkeit nirgendwo im Lernprozeß zielgerichtet ausgebildet wird. Natürlich wird in jedem einsprachig geführten Unterricht Hörverständnis immanent geübt. Warum kann ein Schüler nicht auch eine Strategie des Hörverstehens lernen, wenn er doch beigebracht bekommt, wie man einen Brief schreibt, wenn man ihn dahin führen kann, eine kleine Geschichte zu erzählen? Gibt es etwa keine Hilfen, um diese "listening comprehension" zu erlernen? Ist es nicht gerade ein Widerspruch, wenn man das ,fliehende Wort? eines gesprochenen Textes übungsmäßig verstehen lernen will, d. h. durch mehrfache Wiederholung fest als Fähigkeit beim Schüler verankern will?

1. Hindernisse
1.1 Hören - Hörverstehen

Gerade diese Frage ist Ausdruck des Mißverständnisses das bisher alle Versuche, listening comprehension methodisch-didaktisch in den Griff zu bekommen, scheitern ließ. Man glaubte, durch wiederholtes Vorspielen oder Vortragen des Textes würde es die black box im Kopf des Schülers schon irgendwann einmal schaffen, die Schlüssel zum Verständnis zu finden. Didaktiker und Fremdsprachenlehrer wurden auf die falsche Fährte gelockt, weil sie dem Hören bereits eine zum Verstehen befähigende Qualität gaben: ob ich Beatmusik oder einen Presslufthammer höre, sofern mein Gehör anatomisch in Ordnung ist, kann ich diesen Schallwellen nicht ausweichen. Es kommt nun darauf an, was ich mit diesen Geräuschen anfange. d. h. wie ich mit den Signalen umgehe; ob ich bereit bin, ihnen eine Bedeutung zuzumessen, oder ob ich mich dagegen verschließe, ob ich dann diesen Signalen die richtige Bedeutung zuordne, ob ich sie zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen kann aufgrund meiner Kenntnisse, meiner Erfahrungen, meiner Überlegungen (z. B. ,,Endlich legen sie die Telefonleitung!"). Plötzlich erscheint der Schritt vom Hören zum Verstehen nicht mehr als ein Ergebnis einer rezeptiven oder passiven Fertigkeit, sondern als die Leistung eines aktiven Zuhörers: wenn der Zuhörer die wahrgenommenen Signale nicht mit seinem eigenen Sprachkönnen, seinem Wissen, seinen Erfahrungen und Überlegungen verarbeitet, wird er deren Inhalt nicht entschlüsseln und verstehen können.

1.2 Mißverstandene allgemeine methodische Leitlinie
Die nächste Hürde, die der Schulung der listening comprehension entgegensteht, ist die weithin anerkannte methodisch-didaktische Richtschnur, die ein Lehrplan folgendermaßen beschreibt:
Übungen zur listening comprehension müssen ihrer Natur nach im Gegensatz zu anderen Stundenarten (mit Ausnahme der reading comprehension) von ganz anderen Voraussetzungen ausgehen.


2. Didaktisch-methodische Voraussetzungen für das Hörverstehen

Die Voraussetzungen für Stunden zur Schulung des Hörverstehens sind vielmehr folgende:


3. Vorüberlegungen zum Hörverstehen

Hörverstehensübungen können bereits in der zweiten Englischstunde eingesetzt werden:

der Schüler erkennt Äußerungen der vorhergehenden Stunde wieder und versteht sie auch dann, wenn sie nach pattern practice - Manier mit anderem, bekanntem Wortmaterial umgeformt oder nach einem neuen Inhalt umstrukturiert wurden. Dies gehört zum integrierten Bestandteil des Fremdsprachenunterrichts ab Klasse 5. Von diesen Verständnisübungen soll hier nicht gesprochen werden, sondern von solchen, die in begrenzter Zahl auch neue Wörter, neue Strukturen enthalten. Diese Hörverstehensübungen können erst einsetzen, wenn der Schüler schon über einen größeren Wortschatz und einen Grundstock an Sprachmustern verfügt: Beginn der Klasse 8.
 

3.1 Bedingungen und Entscheidungen
Betrachtet man den Schüler als ein mit Sprache begabtes Individuum, die Klasse als reduziertes Abbild einer sozialen Sprachgemeinschaft und die Unterrichtssituation einer Klasse 8 als ein Stadium der Festigung und Ausweitung der ersten Spracherwerbsstufe, dann müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein oder geschaffen werden:
1. Die Schüler haben bereits durch den Gebrauch der Muttersprache und durch andere Kulturtechniken Strategien entwickelt, um aus einem Minimum an verstandenen Signalen ein Maximum an Verständnis herauszuhören. Es ist wichtig, diese Strategien an einleuchtenden Beispielen für das Erlernen der Zweitsprache bewußt zu machen (s. Vorübungen 3.2.1).
2. Der Lehrer muß den Schülern klarmachen, daß das Verstehen eines Satzes auch ohne das Verständnis der einzelnen Wörter möglich ist, indem syntaktische und semantische Signale erkannt werden. Deshalb behebt er Verständnisschwierigkeiten im Wortschatzbereich nicht durch eine Voraberklärung, sondern durch nachträgliche Wortfeld- und Strukturübungen, um dem Schüler zuerst einmal eine Chance zu geben, seine Fähigkeiten zu erproben und hinterher bei nochmaligem Hören mittlerweile Bekanntes wiederzuerkennen (s. Vorübungen 3.2.1 und 3.2.2).
3. Eingangssituation und Kontext bieten große Hilfen zum Verstehen von Unbekanntem, ebenso ein einfaches Schema des Handlungsablaufs einer Geschichte mit Höhepunkt. Den Schülern soll die Möglichkeit gegeben werden, die Fähigkeit der Antizipation und Assoziation zu erwerben, indem sie aus der Situation und aus dem Kontext heraus mögliche sinntragende Wörter und damit Sätze und Abschnitte inhaltlich erraten (s. Vorübungen 3.2.3 und 3.2.4).
4. Erst wenn der Schüler in der Lage ist, seine Kenntnisse durch Übertragung, Anpassung oder logische Verknüpfung für das Hörverstehen zu aktivieren, kann er auch den Inhalt oder den Gehalt einer Geschichte entschlüsseln (s. Vorübungen 3.2.5). Der Schüler ist danach jedoch ebenso wenig wie wir Lehrer in der Lage, die gehörten Sätze zu rekonstruieren.2 Bevor man damit beginnt, das Hörverstehen zu schulen, sollte den Schülern klar gemacht werden, daß sie schon sehr viel, wenn auch nicht alles, verstehen. Als Übungen hierzu können auch Aufgaben dienen, die aus dem muttersprachlichen Bereich oder von anderen Fächern her bekannt sind.
3.2 Vorübungen zur Sensibilisierung im Bereich Hörverstehen
3.2.1 Vorübungen zur Einsicht in das Funktionieren von Sprache
- Find out the rule and go on:
1, 3, 5, 7 ...
2, 4, 6, 8 ...
1, 4, 9, 16 ...
7, 14, 21 ...
- Find the headword:
bathroom, bedroom, dining-room, hall ...
- I'm going to tell you a sentence word by word and you must guess the following word. You have never heard this sentence before:
Jill's ... (brother, friend, mother ...)
Jill's cousins ... (are, Fred and Tim, play ...)
Jill's cousins John ... (and Bruce ...)
Jill's cousins John and Jack ... (play, go, are going, are
Jill's cousins John and Jack are ... (playing, a nuisance ...)
Jill's cousins John and Jack are very ... (fine, nice ...)
Jill's cousins John and Jack are very nice ... (chaps, boys ...)
Jill's cousins John and Jack are very nice boys ...
- I'm going to tell you some key-words. Can you tell the story? Perhaps you can even find a funny, amusing, happy ending?
"Holiday, car, traffic, traffic jam, accident, ... in time."
- When I say "supermarket" I'm sure you have some words that go with it: "entrance, trolley, pay-desk, exit."
- Yesterday I played football in the teachers' team, today I'm injured, tomorrow ... Next year ... I've never ... to play football.
- My aunt drives very carefully (progressive substitution).
Can you tell the last sentence, please?
She - slowly - usually speaks - softly - kindly - smiles - happily.
She usually smiles very happily.
3.2.2 Übungen zum Erschließen von unbekannten Wörtern
- We are at the customs now. Peter, please take that packet of ... and put it under the seat. Can you find out the missing word? How do you know?
- Mr Smith is our nearest greengrocer. I've got no car to drive to the supermarket outside the town. So I'm one of his best ... because I buy everything at his shop.
   I'm sure you know what I am.
- Human beings have "legs", but cars have "wheels". Can you tell me the meaning of "wheels"?
- Of course you know the word "to cycle", but do you know the meaning of "a cyclist", too?
- The word "orange" exists in German, too. But be careful, sometimes an English word has got quite a different meaning, even if it seems to be the same word in German, e. g.:
Gymnasium - gymnasium (Sporthalle)
a lot of people are a crowd
a lot of things are a mass
a lot of soldiers are a troop
a lot of wolves are a pack; can you say what's a "pack"?
- Wooded areas: jungle, forest, wood, grove (olive grove), trees; can you tell what's the meaning of "grove" even if you have never heard that word?
3.2.3 Übungen zum Aufbau einer Geschichte(einfaches Strukturmuster)
- What is mentioned in the first part of a story? persons, place, time, situation (normal, usual)
- What is mentioned in the main part of a story? new persons? new places? another time? a new situation?
- What is said at the end? (Happy ending?)
3.2.4 Welche Hinweise geben mir Teile der Geschichte?
- What does the title tell you?
- Listen to the story and tell me the ending.
- Listen to the story and tell me the beginning.
- Listen to the beginning and the ending. Guess what happened in the main part.
- Listen to the story and try to understand. I'm going to leave out all the adjectives.
- Here is a story with adjectives that don't fit. Find out the correct ones (vgl. 4.1. Materialien für Vorübungen).
- Is it a negative or a positive statement?
- Is it direct or indirect speech? Who is speaking?
- Where does it all happen? Describe where the story "takes place".
- Who are the main characters?
- Mark exactly what happens every day, but what happened one day (vgl. 4.2 time-line display)?
3.2.5 Erfolgskontrolle
- Tick the right answers to the comprehension questions (don't worry about the expressions and sentences, but about their meanings).
4. Vorübungen
4.1 Materialien für Vorübungen (exemplarisch zu 3.2.4)
I'm going to tell you a story, but I?'ve changed some words. I've taken the opposites of some adjectives. So the story doesn't make sense. Perhaps you can find the adjectives that fit. Come with me, Sir 3

David Moore taught science at the City School. He needed some cheap books, and so he bought them. He left them in his car in a crowded street.
Then he bought other things at other shops. At six o'clock he came back to the car. One window was shut and the books were not there!
David drove home to Fry Road.

That night he wrote a letter to a newspaper. The next day he went to the police. On Friday people read this in the newspaper:

BOOKS: Have you any old books? I buy old and modern books. Open all day on Saturday. David Moore, 26 Fry Road. David stayed at home on Saturday. His first visitor came at eight o'?clock. David took him to the to kitchen. At half past nine another man arrived.
He had a bag under his arm.

"Mr Moore?" the man asked.

"That's right," David said, "can I help you?" "I've got some good books. You buy books, don?'t you?" "Yes. Bring them in. I'll have a look at them."

Soon the books were on the dining-table. "Come in now," David called, "and bring the list." A policeman came into the dining-room.
He read the names on the books. He read the names on the list in his hand. They were different.

"Come with me, sir," the policeman said to the man.

Here are the changes:
cheap --> expensive
crowded --> quiet
shut --> open
different?--> the same
4.2 Time-line display Can you give a time-line display of the story "Come with me, Sir"?
Here it is:
One day of the week, before Friday  David Moore bought books.
probably Tuesday or Wednesday He came back to his car.
At six o?clock  The books were not there.
That night  He wrote a letter to a newspaper.
The next day  David went to the police.
On Friday  People could read an ad about books in the newspaper.
On Saturday David stayed at home.
At 8 o?clock  The first visitor came.
At 9.30  The second visitor arrived.
Soon The books were on the table, a policeman was called, 
the books were identified,
the man was taken to the police and arrested.
The line is not always as simple as it is in this story; sometimes it is a circle, sometimes it's like a string round a parcel. You'll have to follow the line and undo the knots. 5. Operationalisierung des Lernziels ,,Hörverstehen"
5.1 Methodisches Vorgehen
Nach den oben vorgestellten Vorübungen, an denen Schülern die Schwierigkeiten beim Hörverstehen bewußtgemacht, aber auch ihre eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Überwindung dieser Schwierigkeiten verdeutlicht werden können, bestünde die Möglichkeit, diese Erkenntnisse zu generalisieren und anhand eines Arbeitsblattes die gefundenen Lösungsstrategien an Geschichten zu erproben.4 Für diese Erprobung empfiehlt sich allerdings das umgekehrte Vorgehen, nämlich von der Texteinheit zum Satz, weil die Erstaufnahme ganzheitlich erfolgt, um dann, teilweise erst beim zweiten Vortrag der Geschichte, Details, die unverstanden blieben, zu behandeln.
Dabei ist es wichtig, die Schüler darauf hinzuweisen, daß von vornherein feststeht, daß sie nicht alles beim ersten Zuhören verstehen werden, daß aber im Verlauf des Unterrichts Hilfen angeboten werden, um das Unverstandene zu erschließen. Dadurch kann die durch den Zeitdruck entstehende Hemmnisschwelle abgebaut und eine primäre Motivation aufgebaut werden (Neugierde), eine Situation, die der Realität sehr nahe kommt.
Es ist außerdem wichtig, den Schülern klarzumachen, daß sie das vom Fernsehen gewohnte Konsumentenverhalten (Berieselung) ablegen und sich aktiv am Erraten des Verlaufs der Geschichte beteiligen. Von daher ist die Vorabinformation in Form einer Situationseinführung kein billiger methodischer Trick zur Motivationsförderung, sondern die unbedingte Voraussetzung, um die Schüler überhaupt in die Lage zu versetzen, ihre Aufgabe lösen zu können.
5.2 Arbeitsblatt
5.2.1 Erstbegegnung mit einem Text
The more you know in advance the better you will understand.
How to think ahead:

Step 1. Title, topic of the story

This usually tells you something about the subject, or the conflict, or the solution:

- subject: "First Job": You must try to listen for details of the job and guess what may possibly happen, where it may happen etc.
- conflict: "Peter gives a pound away": Who did he get it from? Why does he give it away? What for?
- solution: "The clever thief": The thief will be the winner in the end, so listen how he succeeded. You know the end,
                    The author wants to amuse or surprise the listener, that's you.He wants you to get puzzled, astonished, to be caught speechless.
                    You must pay attention and find out the first strange point, statement, idea.

Step 2. Structure of nearly all stories
  A. Introduction: persons, names place, adverbs of place
time, adverbs of time
situation,  facts, attitudes
B. Main part: new situation problem, conflict
confusion
C. (Happy) Ending: solution of the confusion, conflict, problem; explanation.


Step 3. Signals introducing paragraphs

- In the beginning sentences with "to be" are often used:

It was a rainy day

8 o?clock
in the George Hotel
exciting
happening


I, He/She was a stranger

fifteen
curious
reading a book


- If you want to find out the beginning of a new paragraph in the story you'll have to listen to the adverbials of time:

Day and night ... But one day... At seven o?clock ...
One day... One Monday ... The next two hours
Once upon a time ... Suddenly... That afternoon
Every morning ...
In 1977 ...
... always
...usually ...
... as usual.

5.2.2 Zweitbegegnung
  The steps 1 to 3 tell you how, by thinking ahead, you can understand the most important facts of a story you have heard only once.

The next steps deal with better understanding of details when listening to a story for the second time:
Step 4. Mention the detail you didn't understand. Where did it occur?

Think of a strategy to find out, e.g.:
- positive or negative statements: Listen to the negations like ... not never ..., no
- ..., un- ..., in- ..., dis-
- Guess the meaning of this detail out of the rest; perhaps there are different possibilities. Which one fits best?
Step 5. Perhaps you can't catch the meaning of some words.
Try to find out whether or not it is important to the understanding of the story; if not,
forget it; if so, try to use one of the following strategies to find its meaning:
- Is there a similar word in German (but be careful!)?
- Guess the meaning from the whole sentence or the whole paragraph and see whether it
fits.
- Perhaps you know one part of the word; guess what the other part may mean; look for
signals:

for nouns for verbs for adjectives for adverbs
 

a ... to ... ...ful ...ly
one ... ...ed ...al In a ... way
the ... was ... ing ... able
...er had ...ed ...ible
... man ... s ... tive
's been ...ed
... sion
... tion
6. Beispiel zur Unterrichtsgestaltung
1. Einführung in die Situation
People usually go to a café when they want to have a cup of coffee or tea. People also go to a café when they want to have a snack. Some people go to a café if they want to have a chat with their friends or if they want to listen to the latest news. Some friends meet in a café in order to play cards or darts. Some strangers come to a café to pass their time telling or listening to ... well, I don't want to tell you too much, but listen to the following story and you'll probably find out why some other people come to a café.

Die Situation kann mit Hilfe der Schüler erstellt werden, der erste und der letzte Satz müssen natürlich vom Lehrer gegeben werden, der erste Satz als Einführung in die Situation, der letzte als Motivation, Überleitung und Arbeitsauftrag zum Zuhören.
 

2. Nennen der Überschrift The Bloody Thumb

What's a thumb doing on its own in an eating place? Das Wort thumb könnte von vornherein wegen der Aussprache Verständnisschwierigkeiten bereiten. Sollte man dies feststellen, könnte man folgende Hilfen geben:

- verbal: It's not the bloody arm or bloody hand or bloody forefinger, but the bloody thumb.
- non-verbal: Daumen nach oben zeigen.

Die Hilfen hängen von der Leistungsfähigkeit der Klasse ab.
 

3. Vortrag oder Vorspielen vom Tonband (mit normaler Sprechgeschwindigkeit, d. h. nicht zu langsam) Es besteht die Möglichkeit, vor der Pointe abzubrechen und die Schüler den Schluß finden zu lassen. An den jeweiligen Vorschlägen kann man erkennen, wie gut die Schüler die Geschichte verstanden haben; kommen unsinnige, unlogische Schlußfolgerungen, so kann man davon ausgehen, daß die Schüler die Geschichte nicht verstanden haben. Eine Widerlegung der Schüleräußerungen durch Wiederholung einzelner Teile kann Schülern wie Lehrern weiterhelfen.

Sollte ein Schüler andererseits sofort den richtigen Schluß finden, z. B. weil er die Geschichte schon kennt, soll er die Gründe für die Richtigkeit des Schlusses angeben. Lehrer und Mitschüler können dagegen argumentieren und andere Schlußfolgerungen ziehen. Welcher Schluß der richtige ist, hört man ja aus dem Ende des Originaltextes, und dies bietet genug Sprechanlässe zur Revision der Argumente.

The Bloody Thumb6


I met the old man at the café. I was a stranger in the town.
"Did you hear the news yesterday?" he asked me.
"I didn't," I said. "Was there anything exciting?"
"Exciting, no! It was important to me ? and very, very sad. A pack of hungry dogs killed and
 ate my best friend."
"Oh, dear!" I cried. "I am sorry. How did it happen?"
"He was working in his olive grove on the hillside. The pack attacked him there. We'll never
know all the facts, of course. When he didn't return, I went to the grove and
"You found the body?" I asked.
The old fellow drank half his coffee. "The body?" he repeated.
"No, no. I said they were very hungry dogs, didn't I?
The big bones were lying here and there in the grove. But I found this."
He pushed open a matchbox which he was holding in his hand.
The box contained a man's thumb. It was lying on some white, bloody material.
There was a cut - an old cut - on the thumb nail,
 "See that cut", the man said. "I recognized it. This is my friend's right thumb.
The dogs ate the rest of him!"
The old man began to cry then. He finished his coffee quickly and left the cafe.
I drank mine and called the waiter.
"I'll pay the gentleman's bill," I said. "Please don't trouble him with it. His poor friend -
how awful! You've heard the news?"


(This isn't the end of the story. The waiter is going to show a strange reaction. Can you guess?)


The waiter laughed. "Yes. There's a hole in the bottom of the matchbox. He puts his own thumb
through the hole. The ?blood? is red ink, I believe. Is the story worth a cup of coffee, sir?"

4. Überprüfung der rohen Totalauffassung

4.1 Abwarten der Spontanreaktion

4.2 Beantwortung des Arbeitsauftrages: Some people go to a café ...

4.3 Beantwortung folgender weiterer Fragen, die auch als statements zur Stellungnahme auffordern können:7

"He said the news was important and sad." (Why was it important? Why was it sad?)
"I found this," he said. (What was this? Where did he find it? Why did he go there?)
"I'll pay ...," 1 said. (What was I going to pay for?)

oder:

Who are the persons in the story?
When did the events take place?
Where did the actions happen?

oder:

Why did the waiter laugh?
 

5. Überprüfung des Detailverständnisses

5.1. Rekonstruktion des Textes anhand des Arbeitsblattes Punkt 1 und 3

5.2  multiple choice test8

The old man knew me.
The waiter knew the old man.
 I knew the waiter but not the old man.
The old man was a stranger in town.

He found the body in the grove.
The bones were among the olive trees.
There was no sign of his friend's death.
All the facts were clear.

The friend had only one thumb.
The friend now has only one thumb.
The dogs ate the body but not the right thumb.
There was a bandage round the thumb.

The bones were probably leg bones.
The dogs ate the bones.
They were the bones of dogs.
The dogs didn't leave any bones.

The dogs bit off the nail.
There wasn't a thumb nail.
He didn't know it was his friend's thumb.
He just recognized the cut.
(Please tick the right statements)

Hierbei sollen nicht alle Fragen unbedingt beantwortet bzw. alle Details ,,erarbeitet" werden; vielmehr soll der Schüler selbst feststellen, was er noch nicht kann. Es werden deshalb nur negative Bestätigungen gegeben, d. h. nur die falschen Antworten werden als solche gekennzeichnet.
 

6. Wortfeldarbeit

In dieser Geschichte tauchen folgende Schwierigkeiten auf:

- Wörter, die Körperteile bezeichnen, sowie
- grove, a pack of dogs.

Zu deren Behebung werden folgende Wort-, Sach- bzw. Kollokationsfeldreihen dargeboten (z. B. auf Folie), die dem Schüler die Möglichkeit geben sollen, die Bedeutungen der ihm unbekannten Wörter selbst herauszufinden und zu erläutern:

Parts of the body: body, head, neck, shoulders
bones, skin
limbs arms, hands, fingers
legs, feet, toes
fingers thumb, forefinger (index finger), middle finger, ring finger, little finger
nail, thumb nail

Wooded areas: jungle, forest, wood, grove (olive grove), a group of trees, bushes
(He doesn't see the wood for trees)

a lot of: a lot of people are a crowd
things, mass
soldiers, troop
flowers, bunch
bees,  swarm
sheep,  flock
cows,  herd
wolves,  pack

Nun werden die Fragen, die nicht beantwortet werden konnten, noch einmal vor Augen gestellt. Auf sie soll das besondere Augenmerk für den zweiten Vortrag gerichtet sein. Sollten keine Verständnisschwierigkeiten mehr vorliegen, wird folgende Aufgabe gestellt:

"Find out the right meaning of "to recognize"."
 

7. Zweiter Vortrag der Geschichte (u. U. mit größerer Sprechgeschwindigkeit)

8. Auflösung der noch offenen Fragen

Wenn die Bedeutung von to recognize nicht gefunden wird, sollte man dies zum Anlaß nehmen, sich den Text genauer anzusehen.

9. Austeilen des Textes und Lesen (u. U. mit verteilten Rollen: I und waiter, aber ohne speaker)

10. Erschließen der noch unbekannten Wörter

z.B. to recognize, to attack, to contain, a cut

11. Cloze-Technik

... met the old man ... the café. I was ... stranger in the town." Da meist die Zeit nicht ausreicht, den gesamten Text nach dieser Methode zu behandeln, wählt man den wichtigsten Abschnitt aus, hier entweder die Schilderung, wie der Freund umkam oder umgekommen sein soll, oder die Pointe.

12. Hausaufgaben

Try to tell the old man's story so that the audience will think it's true.
7. Schlußbemerkungen

Durch die geschilderten Verfahrensweisen scheint mir eine Chance gegeben zu sein, die nachlassende Motivation der Schüler in der Klasse 8 nach der ersten Spracherwerbsstufe neu zu wecken, den Schüler seinem Alter und seiner geistigen Entwicklung entsprechend zu fordern und zu fördern. Wir brauchen so nicht mehr mit 13- bis l6jährigen auf der Sprach- und Verhaltensebene von 10- bis 12jährigen zu kommunizieren.

Hörverstehen ist keine Fähigkeit, die man entweder besitzt oder nicht. Sie läßt sich schulen, operationalisieren. Sicher gibt es noch andere Möglichkeiten, wenn der Bann erst einmal gebrochen ist, wenn Schüler nicht mehr nur auf das Hörverstehen hoffen, sondern zum Hörverstehen befähigt werden. Wenn diese Schulung gelingt, können auch comprehension tests ihre Funktion (Evaluation) erfüllen.

Von den Hörverstehensübungen bietet sich ein nahtloser Übergang zur reading comprehension, zur Wortschatzarbeit und zur Vermittlung der Einsicht in das Sprachsystem (Grammatikarbeit) nach natürlichen Lernanlässen an.


1 Lehrplan Englisch Orientierungsstufe, Rheinland-Pfalz. Grünstadt: Sommer, 1978, S. 29 (gilt für die gesamte Sekundarstufe I).

2 J. Greene. Thinking and Language. London: Methuen, 1975, 5. 122.
"At this original stage of sentence processing, surface structure cues to deep structure,   perceptual mapping rules, awareness of ambiguous meanings, semantic possibilities, pragmatic expectancies and real life context must all have played their part.  It is only after the meaning has been extracted and stored that all these props fall away, ready to be used for the next sentence."

3 R. John. Reading Comprehension Passages 1. London: Collins, 1978, S. 16.

4 Zur Texterstellung und Analyse vgl.: G. Zimmermann. ,.Schwierigkeitsfaktoren und Schwierigkeitsgrade im Lernbereich Hörverstehen", in: PRAXIS 1/1980, S. 3?12.

5 Beschrieben in: J. Rohrer. Die Rolle des Gedächtnisses beim Sprachenlernen. Bochum: Kamp, 1978, S. 31.

6 R. John. Reading Comprehension Passages 2. London: Collins, 1978, S. 16f.

7 R. John. Reading Comprehension Passages 2 ..., 5. 17.

8 R. John. Reading Comprehension Passages 2 ..., 5. 17.


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